Ohne Spitzenfahrerin Mitterwallner – Trek-Vaude stellt sich völlig neu auf

Die erste Saison hätte für das Mountainbiketeam Trek-Vaude nicht besser laufen können. Als unbekannter Nachfolger des Erfolgsteams Centurion Vaude waren Teamchef Bernd Reutemann und seine Fahrer gestartet. Mit starken Leistungen machten sie sich einen Namen. Allen voran Mona Mitterwallner, die Gesamtweltcupsiegerin in der U23, Weltmeisterin und Europameisterin wurde. Die 19-jährige Österreicherin wird in der kommenden Saison für ein anderes Team im Crosscountry-Weltcup starten. Bei Trek-Vaude, das gerade sein neues Domizil in der Nähe der Friedrichshafener Messe bezogen hat, setzen Reutemann und seine Mitstreiter – darunter ein bekannter Name aus der Handballszene – auf neue Talente.
Mitterwallner setzt auf Eliteklasse, Trek-Vaude auf U23-Bereich

Von der diesjährigen Trek-Vaude-Mannschaft werden in der kommenden Saison 2022 nur noch Alex Miller, Sascha Weber und Antonia Daubermann mit dabei sein. Für wen Mitterwallner künftig fahren wird, steht noch nicht fest. „Sie hat sicher viele Angebote“, sagt Reutemann. Auch Trek-Vaude hatte mit der Erfolgsfahrerin Gespräche geführt. Mitterwallner will aber im kommenden Jahr in ihrer ersten Saison in der Eliteklasse angreifen. „Das kann sie bei einem anderen Team vielleicht etwas besser als bei uns“, meint Reutemann.

Denn das Augenmerk von Trek-Vaude gilt künftig noch mehr als bisher schon der Talententwicklung. „Wir werden offizielles Entwicklungsteam für die großen Hersteller SRAM und Trek und somit die Talentschmiede für die besten Nachwuchsfahrer im Crosscountry-Bereich“, freut sich Reutemann. „Das ist eine große Ehre und das, was ich schon immer gerne machen wollte – Talente finden und sie an die Weltspitze führen.“ So, wie es bei Mitterwallner geklappt hat. „Sie hat sicher einen großen Teil dazu beigetragen, dass wir von einem No-Name-Team zu einer bekannten Mannschaft geworden sind“, sagt Reutemann. „Ohne ihre Erfolge wäre wohl auch SRAM nicht auf uns zugekommen.“

Talente aus Namibia, den USA, der Schweiz, Österreich und Deutschland
Neben dem Namibier Alex Miller fahren künftig in diesem Entwicklungsteam die U23-Mountainbiker Nils Aebersold aus der Schweiz, der US-Amerikaner Bjorn Riley, die Österreicherin Tamara Wiedmann sowie die deutsche U23-Meisterin Luisa Daubermann. Ein sechstes Talent hat Reutemann ebenfalls schon unter Vertrag genommen, diese Personalie darf er aber noch nicht veröffentlichen. „Wir werden ein junges, dynamisches Line-up haben, das besser ist denn je“, sagt Reutemann. Aebersold ist bei der Junioren-Weltmeisterschaft im Crosscountry Dritter gewesen, Wiedmann war schon mal österreichische Vizemeisterin und stammt wie Mitterwallner aus Haiming in Tirol. „Tamara ist ein großes Talent, das bei uns ein Umfeld findet, um sich weiterzuentwickeln“, sagt Reutemann. Riley stammt aus Colorado und spricht fließend deutsch. „Ihn wollen wir an die europäische Rennserie heranführen“, meint Reutemann. Denn wer in die Mountainbike-Weltspitze möchte, der müsse sich in Europa beweisen.

Der Name Daubermann ist bei Trek-Vaude bereits bekannt – Antonia Daubermann fuhr in dieser Saison für das Team aus dem Ötztal und Langenargen (jetzt Friedrichshafen) und soll sich auch in der kommenden Saison vor allem auf den Marathonbereich konzentrieren. Neu dabei ist jetzt auch ihre Schwester Luisa Daubermann, die 2020 im Crosscountry U20-Vizeweltmeisterin geworden war. „Die erste Saison der Teamgeschichte hätte für uns nicht erfolgreicher verlaufen können“, sagt Reutemann. „Die Siegesserie von Mona Mitterwallner wird noch lange Bestand haben.“ Dazu wurde Philip Handl Europameister in der Ultradistanz, Sascha Weber deutscher Vizemeister im Marathon.

Neurowissenschaftlerin ist neu im Team
Jetzt sei aber die Zeit für etwas Neues. „Die vergangene Saison nimmt uns niemand mehr, jetzt können sechs Talente zeigen, was in ihnen steckt“, meint der Trek-Vaude-Teamchef. Neu im Team ist zudem Stefanie Raaf – die Trainerin des Handball-Landesligisten SG Argental ist beim Mountainbiketeam künftig für den sportwissenschaftlichen Bereich und das Thema Neurowissenschaft zuständig. „Wir haben klar strukturierte Zwei-Jahres-Pläne für unsere Talente“, sagt Reutemann. Dazu gehören neben radspezifischen Themen auch die Bereiche Ernährung und mentales Training.
Der erfahrene Weber bleibt bei Trek-Vaude und soll neben seinen Rennen im Marathonbereich für die neuen Talente eine Art Mentor werden. „Er kann den jungen Sportlern ganz viel beibringen“, ist Reutemann überzeugt. Neben Mitterwallner verlassen auch die beiden Österreicher Karl Markt und Gregor Raggl das Team, Philip Handl fährt künftig für Texpa Simplon. „Das ist für seine Entwicklung das Beste“, sagt Reutemann. „Bei unserer Ausrichtung auf Crosscountry hätten wir ihm das nicht bieten können.“

Quelle:
https://www.schwaebische.de

 

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